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Schulinterview

Erlangen

Schülerin fühlt OB auf den Zahn: Handeln beim Klimaschutz verlangt  

Heute traf OBM Florian Janik die Schülerin Catharina Zangenberg, die die Oberstufe der Jenaplan-Schule Nürnberg besucht und ihn in einem „sozialkundlichen“ Gespräch zu den Kommunalwahlen 2020 interviewte.

Schnell wurde im Gespräch klar, dass die Klimakatastrophe ein Hauptthema des Wahlkampfs werden würde und dass Klimaschutz und Infrastruktur zusammen gedacht werden müssen: Wenn Atom- und Kohlestrom abgeschafft werden und auf fossile Energieträger verzichtet werden soll, sind eben Windkraft, Solarenergie und andere erneuerbare Energien nötig. Hier Entscheidungen zu treffen und durchzusetzen ist allerdings schwierig, „vor allem wenn immer neue Hindernisse (z.B. die10H-Regel) oder Positionen, die eher Eigeninteresse zeigen, den ökologischen Umbau erschweren“, wie Florian Janik ausführte.

Frau Zangenberg wollte auch wissen: „Werden in Erlangen FfF, Jugendparlament und andere Initiativen junger Menschen gehört und können sie die Stadtpolitik beeinflussen“? Dazu meinte der OBM, dass die angesprochenen Initiativen sich in Erlangen kritisch-konstruktiv in die Diskussion einbrächten und von „der Stadt“ zu Recht immer wieder verlangen, das, was Politik und Verwaltung bewirken können auch zu tun. Insofern werde „die Jugend mit ihrer Offenheit gebraucht, um auch unangenehme Entscheidungen (z.B. im Verkehr) treffen zu können“. Auch Klimaschutz gehe nur mit gesellschaftlichen Mehrheiten und da sei es gut, dass Jugend die Politik „weiterschubsen“ würde und von ihr Rückhalt auch für, vor allem bei den konservativen Bürger*innen, Unpopuläres käme. Veranstaltungen wie die Klimakonferenz im November mit jungen Gruppen wolle der OBM zum Nutzen aller weiterführen.

Auch zu städtischen KFZ wollte Frau Zangenberg einiges wissen: Der Dienstwagen, ein Hybrid-Fahrzeug, steht den drei Bürgermeistern und allen Referenten zur Verfügung. In der städtischen KFZ-Flotte gibt es bereits viele e-Autos, Stadtgrün hat ebenfalls zwei e-Transporter angeschafft. Die ESTW haben 12 E-Autos und stellen zunehmend mehr Ladesäulen zur Verfügung (auch wenn das ein Draufzahlgeschäft ist). Das Tiefbauamt (Straßen und Brücken) erledigt die meisten Fahrten mit e-bikes, weil mit PKWs ohnehin schwieriger an die großen Straßenbaustellen zu kommen ist. Von E-Scootern ist Florian Janik überhaupt nicht überzeugt, zumal die völlig unökologisch nach 2-3 Monaten nur noch Schrott seien. Leider wird wohl im Frühjahr ein Anbieter die Dinger auch in Erlangen aufstellen – was leider sein gutes Recht sei…

Die Stadtbusse werden entweder mit Euro-6-Diesel oder Erdgas Motoren betrieben, e-Busse würden die langen Strecken Erlangens nicht bewältigen und zu sehr teuren Mehrfachbeschaffungen (wegen der langen Ladezeiten) führen. Es ist jedoch eine Wasserstofftankstelle in Bau: Der Einsatz dieser Technologie könnte die langen Strecken bewältigen und sich so positiv auf den städtischen Verkehr auswirken.

Generell sei eine City-line vom Großparklatz über die Kliniken zum Zollhaus-Platz und  Taktverdichtung das bessere Konzept um die Akzeptanz des ÖPNV zu stärken und den Menschen Alternativen zum Auto zu eröffnen.

Einig waren sich OBM Janik und seine Gesprächspartnerin: Auch in der Klimapolitik ist Pragmatismus nötig um einen am Gemeinwohl orientierten ökologischen Umbau zu schaffen. Im Hinblick auf das Thema, die Wahlen, helfe die Durchsetzung von Maximalforderungen, die von anderen Mehrheiten wieder kassiert werden, nicht weiter. Zum Abschluss wünschte Florian Janik Frau Zangenberg viel Erfolg bei ihrer Klausur in Wirtschaft und Recht am folgenden Tag!

17. Dezember 2019

 

Erlangen

Klimaschutz, Schule, Windkraft, Solarenergie ÖPNV, ESTW

 

Interview

 

 

„Die Jugend mit ihrer Offenheit wird gebraucht, um auch unangenehme Entscheidungen (z.B. im Verkehr) treffen zu können“, so der Oberbürgermeister.