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Zukunft der Montessorischule Erlangen 

Montessorischule, Erlangen

Zukunft der Montessorischule Erlangen  

Ein reich gedeckter Kaffeetisch erwartet Florian Janik an der Montessorischule. Versammelt sind Vertreter*innen aller Teile der Schulfamilie. Thema soll die Zukunft der Montessorischule sein. Diese baut gerade ihr Angebot an der Artilleriestraße aus, um künftig in einer Kindertagesstätte auch Kindern im Krippen- und Kindergartenalter ihr reformpädagogisches Konzept anbieten zu können. Eine räumliche Erweiterung soll auf dem Gelände der Stadt Erlangen realisiert werden.

Viele Kinder und Eltern schätzen die Schule, weil sie alternativ zur Regelschule ein Lernen in jahrgangsgemischten Klassen und ohne Notendruck ermöglicht. Aber nach der 10. Jahrgangsstufe ist in Erlangen damit Schluss. Schüler*innen, die das Abitur erwerben möchten, müssen sich auf den Weg zur MOS (Montessori-Fachoberschule) nach Nürnberg machen oder an eine staatliche Regelschule gehen. Hier möchte die Schulfamilie ein Angebot in Erlangen schaffen. Aufsichtsratsvorsitzende Gisela Hax stellte im Gespräch dazu die ersten Überlegungen vor. Florian Janik empfiehlt frühzeitig auch das Bildungsbüro und die zuständige Referentin in die Überlegungen zur Angebotserweiterung einzubeziehen.

Auch räumlich stellt eine Erweiterung des Angebots die Schule vor große Herausforderungen. Die beiden Vertreterinnen der Schülerschaft Julia Frisch und Nina Gerlach machen klar: „Durch den Anstieg der Schülerzahlen ist es bereits heute recht eng auf dem Pausenhof. Unterschiedliche Bedürfnisse nach Ruhe und Bewegung prallen hier aufeinander. Das läuft nicht immer ohne Konflikte ab.“ Eine Ausweitung der Fläche ist allerdings schwierig. Die direkten Nachbarn sind die GGfA und die Wirtschaftsschule. Und allen ist klar: „Das knappste Gut in Erlangen ist Grund und Boden.“ Florian Janik verspricht aber, sich zu erkundigen, ob eine Nutzung eines Seitenstreifens der W.I.R. eventuell in Erwägung gezogen werden kann. Und wenn die Wirtschaftsschule in Zukunft ihren Platz auf dem „Campus Berufliche Bildung“ findet, seien neue Verhandlungen vorstellbar.

Ein weiterer Themenkomplex ist die Benachteiligung der Montessorischule gegenüber den Regelschulen, was staatliche Zuschüsse angeht. Dies betrifft zum einen die Ganztagsbildung. Ganztagsangebote öffentlicher Schulen erhalten einen Sachkostenzuschuss für den Ganztagsbetrieb, private Schulen erhalten hier nur anteilig städtische Mittel und auch dies nur als freiwillige Leistung. Und auch bei der Schülerbeförderung haben die Eltern keinen Anspruch auf Kostenerstattung, wie es an staatlichen Schulen üblich ist. Karin Hain-Gerlach, Vertreterin des Aufsichtsrats: „Wir wollen eine Schule für Alle sein. Dies gelingt uns aber nicht, wenn uns die Zuschüsse des Staates nicht gewährt werden. Denn wir müssen dann Kosten auf das Schulgeld umlegen und das können sich weniger Eltern leisten.“

Diese Sonderbehandlung müsste aus Sicht aller Mitglieder der Schulfamilie dringend abgeschafft werden. Schulleiterin Sandra Reichert: „Die Reformpädagogik liefert schon immer wichtige Impulse für neue Unterrichtskonzepte und –methoden. Davon profitieren auch Regelschulen. Diese Leistung wird unserer Meinung nach zu wenig anerkannt.“

Auch im Bereich Inklusion ist die Montessorischule Vorreiterin. Mit einem Projekt zum Pooling von Lernbegleitung wird ein wichtiger Beitrag zur besseren Betreuung und Förderung behinderter Kinder geleistet. Deshalb unterstützt auch der Bezirk Mittelfranken dieses Modell-Projekt. Ziel ist eine möglichst umfassende und bedürfnisorientierte Begleitung, wobei die Inklusionshelfer nicht 1:1 einem Kind zugeordnet sind, sondern flexibel auf die unterschiedlichen Bedürfnisse mehrerer Kinder reagieren können. Eleonor Rauscher, stellvertretende Schulleiterin, macht deutlich: „ Das erfordert eine große Koordinationsarbeit und viel Kommunikation um hier zu guten Lösungen zu kommen. Dazu sind wir gern bereit, möchten diesen Aufwand aber auch gewürdigt sehen.“

Nicht überraschend kommt bei einem so umfassenden Gespräch über Bildung auch einiges zur Sprache, was nicht in die Zuständigkeit des Oberbürgermeisters fällt. Das reicht von der Bezahlung von Lehrkräften bis hin zur Selektion im bayerischen Schulwesen. Hier gilt es weiter zu kämpfen und Überzeugungsarbeit zu leisten um die bestmögliche Schule für Alle zu erreichen.

Dass die Montessorischule das einzelne Kind in den Mittelpunkt des pädagogischen Handelns stellt, zeichnet sie besonders aus. Florian Janik verspricht: „Sie können sicher sein, dass ich den Beitrag, den sie zu einer vielfältigen Schullandschaft in Erlangen leisten, sehe und wertschätze. Ihr Engagement in den bildungspolitischen Gremien der Stadt und ihr Beitrag zu Inklusion und demokratischer Bildung sind vorbildlich. Auch wenn ich auf Bundes- und Landesebene nur bedingt Einfluss habe: Meine Unterstützung für ihre großartige Arbeit haben Sie auf jeden Fall.“

17. September 2019

 

Montessorischule

 

Schule, Bildung 

 

 

Treffen

 

 

Florian Janik verspricht: „Sie können sicher sein, dass ich den Beitrag, den sie zu einer vielfältigen Schullandschaft in Erlangen leisten, sehe und wertschätze. Ihr Engagement in den bildungspolitischen Gremien der Stadt und ihr Beitrag zu Inklusion und demokratischer Bildung sind vorbildlich.