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Mittendrin leben - 
ein Traum? 

Gespräch in der Innenstadt

Mittendrin leben - ein Traum? 

Familie Götz ist eben aus ihrem jährlichen "Zwangsurlaub" zurück, denn in der fünften Jahreszeit halten sie es in ihrem Stadthaus mit dem idyllischen Innenhof nicht mehr aus - noch nicht mal wegen des Berchs und seiner Begleiterscheinungen, sondern wegen der Feiergewohnheiten in einer benachbarten Studentenverbindung"An Schlaf oder die Möglichkeit zu arbeiten konnten wir die letzten Jahre nicht denken". Der OBM zeigte Verständnis, wobei man sich einig war, dass Lärm in einem städtischen Kerngebiet schon mal vorkommen kann - aber eben nicht tagelang. "In der konkreten Nachtsituation hilft es tatsächlich nur, die Polizei zu rufen, regelmäßigen Lärm über 12 Tage müssen Sie aber nicht ertragen", meinte Florian Janik, der zusagte, mit dem Ordnungsamt Kontakt aufzunehmen.

Familie Götz lebt "extrem bewusst" und sehr gerne in der Innenstadt, sie möchten zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs sein und sind das auch, sie genießen das "positive Lebensgefühl" und die Nachbarschaft ihres Quartiers. Familie Götz sind bewusste Bürger*innen und machen sich daher Gedanken um ihre Umgebung, äußern Skepsis über die Öffnung der Friedrichstraße für Fahrräder gegen die Fahrtrichtung und machen sich Sorgen über die weitere Entwicklung am Bohlenplatz.

In der Diskussion mit Florian Janik zeigten sich dann Übereinstimmungen und Einlenken. Die Erfahrungen der Polizei mit anderen für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffneten Straßen lässt für die Friedrichstraße hoffen: So geht in diesen Straßen das Fahren auf dem Gehweg zurück, Autos fahren grundsätzlich langsamer und alle Verkehrsteilnehmer müssen mehr aufeinander achten. Dies führt zu einer deutlichen Verringerung von Gefährdungssituationen. Einig war man sich darin, dass eigentlich in der Stadt generell Tempo 30 angebracht wäre und dass zum Schutz von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen Ladezonen (wie jetzt als Pilotprojekt in der Goethestraße) eingerichtet werden sollten um die Gehwege für Fußgänger*innen mit oder ohne Gehhilfen und Kinderwagen frei zu halten.

Auch die Situation auf dem Bohlenplatz hat sich in den letzten 1-2 Jahren nach Ansicht von Familie Götz und Florian Janik verbessertEr vermutet, dass dies ein Erfolg der konsequenten Aufklärung der jeweiligen Erstsemester ist, welche Folgen ihr Verhalten für die Anwohner und letztlich auch für sie selbst haben kann.

Ein weiteres Positivbeispiel in der Stadt seien die neuen Grillplätze, die vermehrt von Menschen und vor allem Familien mit Migrationshintergrund aufgesucht werden, dort gäbe es viel Rücksicht und wenig Müll. Florian Janik ist nach vielen Gesprächen der letzten Zeit mit Jugendlichen überzeugt, dass "die jungen Menschen wieder reflektierter leben wollen und die Wirkungen ihres Verhaltens ihrer natürlichen und menschlichen Umwelt gegenüber sehr viel bewusster bedenken". Begründete Hoffnung für unseren Planeten ist also angesagt!

17. Juni 2019

 

Innenstadt

 

Verkehr, Bergkirchweih

 

 

 

Gespräch

 

 

"In der konkreten Nachtsituation hilft es tatsächlich nur, die Polizei zu rufen, regelmäßigen Lärm über 12 Tage müssen Sie aber nicht ertragen", meinte Florian Janik.