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Wie barrierefrei ist Erlangen?

Erlanger Altstadt

Wie barrierefrei ist Erlangen?

Am vergangenen Samstag traf sich Florian Janik mit Frau Adam und Herrn Schneider in einem Café in der Altstadt. Frau Adam ist auf einen Assistenzhund angewiesen und schilderte beim Treffen mit Florian Janik mit welchen Hürden sie zu kämpfen hat. 

Frau Adam leidet unter einer psychischen Erkrankung und ist deswegen auf einen Assistenzhund angewiesen. Der Hund ist für Frau Adam ein wichtiger Bezugspunkt, insbesondere bei psychischen Krisen. Deswegen kann sie ohne ihren Hund das Haus nicht verlassen. 

Doch selbst in alltäglichsten Situationen werden Frau Adam wegen ihres Assistenzhundes Steine in den Weg gelegt. Obwohl sie im Erlanger Norden wohnt, muss sie zum Einkaufen in die Karl-Zucker-Straße. Denn nur dort darf sie mit ihrem Hund einkaufen gehen. Obwohl ihr Hund als Assistenzhund gekennzeichnet ist, kommt sie in andere Supermärkte mit ihrem Hund nicht rein. 

„Das wäre so wie wenn man man einem Rollstuhlfahrer sagen würde: ‚Sie dürfen hier rein, aber ihr Rollstuhl muss draußen bleiben!‘“, warf Herr Schneider ein. Herr Schneider, der selber unter einer starken Epilepsie leidet, versucht Frau Adam wo es nur geht im Alltag zu unterstützten. Er beklagt sich über das mangelnde Bewusstsein in der Gesellschaft: „Viele Menschen nehmen uns gar nicht ernst, weil man uns unsere Behinderung nicht ansieht.“ 

Auch in vielen Cafés ist Frau Adam mit ihrem Assistenzhund nicht erwünscht. Selbst der Besuch medizinischer Einrichtungen stellt manchmal ein Hindernis dar.

Florian Janik ist davon überzeugt, dass die Hürden mit denen Frau Adam und Herr Schneider konfrontiert sind ihre Selbstbestimmtheit stark einschränken: „Sie sind wegen Ihrer Krankheit auf den Hund angewiesen. Wenn Sie deswegen in Supermärkten keinen Eintritt bekommen, stellt dies eine Diskriminierung dar.“ Deswegen stellt Florian Janik Kontakt zur Antidiskriminierungsstelle der Stadt Erlangen her, damit diese ihnen weiterhelfen kann. 

Wir hoffen, dass Frau Adam und Herrn Schneider weitergeholfen werden kann und wünschen ihnen alles Gute.

18. Mai 2019

 

Erlanger Altstadt

 

Barrierefreiheit

 

 

 

Gespräch

 

 

„Sie sind wegen Ihrer Krankheit auf den Hund angewiesen. Wenn Sie deswegen in Supermärkten keinen Eintritt bekommen, stellt dies eine Diskriminierung dar.“