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B11 – toll und mehr davon: 
60 Tage Art in Action 

Pfarramt, Bayreutherstraße

B11 – toll und mehr davon: 
60 Tage Art in Action  

„Wow – phantastisch“ schon das Auto im Eingang verschwindet unter dichten, fetten Gras und das Treppenhaus zieht einen einfach rein in die Pop-up-Ausstellung in der B11 – in das  Pfarrzentrum der evangelischen Altstädter Gemeinde, das neu errichtet werden soll und bereits leergeräumt ist. Die Zeit dazwischen kam Kreativen und Künstlern aus Erlangen und Umgebung gerade recht um auf 300 qm Kunst zu machen: für alle Sinne von Sehen über Hören und Schmecken bis Bewegung… Pfarrer Baumann erwies sich als kunstsinniger Hausherr und stellte das Gebäude mietfrei – nur die Nebenkosten trägt die Initiative B11 – zur Verfügung. Nachdem OBM Florian Janik von dem kreativen Coworking-Projekt erfahren hatte, kam er daher „sofort und sehr gerne“ zu Besuch und konnte sich voll in die Magie des Ortes einlassen.

Die B11er haben in den Sommerferien ein Gemeindehaus in ein Riesenatelier verwandelt: einerseits hat jede/r seinen Raum, in dem er „seine Kunst“ schaffen kann und andererseits zeigt sich schon im verbindenden Treppenhaus die ganze Dynamik dieses „Zwischenzustandes“ eines Gebäudes: direkt auf die Wände gemalt wechseln Menschen in kraftvoller Pinselführung mit schwebenden Teilchen und wegweisenden(?) roten Klebebändern ab, auf jedem Stockwerk mit dem Hinweis“ Betreten auf eigene Gefahr – jeder haftet für sich selbst“  versehen. So vielfältig wie die KünstlerInnen sind die Techniken und Themen: unter anderem Ökologisches (ein Raum lässt den Knöterich durch das Fenster rein und der Boden ist echt bepflanzt), Crossover (ein in weiß-schwarz gehaltener Raum in Auflösung setzt die Emotion von Musik gebrochen um), Persönliches (Karten befragen die BesucherInnen nach ihren Traumorten), Raumerleben (ein heller Raum lässt mit kleinen Interventionen viele Interpretationen zu), Figürliches (Plastiken und kunstvolle Tonbatzen, die Grundlage weiterer künstlerscher Gestaltung sind) und qualitativ sehr hochwertige Graffiti im Außenbereich. Und das alles kommt weg

Gerade die „Kunst für die und in der Vergänglichkeit“ macht aber den Reiz einer solchen „Leerstandsnutzung“ aus und der OBM wünscht sich „dass noch viel mehr Leerstände in so kreativer Weise genutzt werden können – zum Nutzen der Künstler und ihres „interdisziplinären“ Schaffens  und zur Freude der BesucherInnen“! Da Erlangen nicht über nennenswerte Industriebrachen verfügt, könnte sein Hinweis auf das verkaufte Landratsamts-Areal, dessen weitere Entwicklung noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, vielleicht eine Möglichkeit eröffnen und „unser Bauaufsichtsamt könnte ja bei genehmigten Abrissen, die noch nicht gleich umgesetzt werden, bei den BauherrInnen auf derartige Zwischennutzungen hinweisen.“

Jedenfalls findet ein so spontaner und gleichzeitig reflektierter Umgang mit Kunst im Leerstand „meine große Sympathie und wo es möglich ist, meine Unterstützung!“

19. Oktober 2019

 

Pfarramt, Bayreutherstraße

Kunst, Leerstand

 

 

Besichtigung

 

 

Jedenfalls findet ein so spontaner und gleichzeitig reflektierter Umgang mit Kunst im Leerstand „meine große Sympathie und wo es möglich ist, meine Unterstützung!“